Donnerstag, 3. Mai 2018

Blogtour Iron Flowers



IRON FLOWERS:
Sie haben keine Rechte.
Sie mussten ihre Träume aufgeben.
Doch sie kämpfen eisern für Freiheit und Liebe

Sie sind Schwestern, könnten unterschiedlicher nicht sein und sind dennoch unzertrennlich. Nomi ist wild und unerschrocken, Serina schön und anmutig. Und sie ist fest entschlossen, vom Thronfolger zu seiner Grace auserwählt zu werden, und ihr von Armut und Unterdrückung geprägtes Leben gegen eines im prunkvollen Regentenpalast einzutauschen. Doch am Tag der Auswahl kommt alles anders: Die Schwestern werden auseinandergerissen - und ein grauenhaftes Schicksal erwartet sie, auf das sie niemand vorbereitet hat.

Heute ist Blogtour bei meinen Klecksen zu Gast und ich habe die supernette Lektorin  vom
 JUMBO Verlag , Lisa Schachtschneider, für euch. zum Thema Allgemeine Hörbucharbeit ausfragen dürfen!

Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag von Ihnen aus?
Mein Arbeitsalltag ist sehr abwechslungsreich. An den meisten Tage sitze ich im Büro und lese Prüftitel (Manuskripte für potentielle zukünftige Hörbuchprojekte), kürze und bearbeite Manuskripte für die Aufnahmen, schreibe und korrigiere Booklets sowie Texte für unsere Vorschau, das Endkundemagazin und andere Dinge rund um das Hörbuch. Spannend sind immer die Tage im Tonstudio, wenn der Text endlich hörbar wird. Nach dem Aufnehmen schneidet der Tontechniker die Aufnahmen, die ich dann genau abhöre. Meistens haben sich noch ein paar Fehler oder Geräusche (z.B. Klackser, Spucke, Räuspern o.ä.) eingeschlichen, die dann korrigiert werden. Nach dem erneuten Abhören gehen die Dateien ans Presswerk. Ich betreue auch Buch-Projekte, also arbeite ich mit AutorInnen und ÜbersetzerInnen am Text und mit IllustratorInnen an Ideen für die Bilder. Drumherum gibt es viel Orangisatorisches zu tun.

Was ist das Besondere an der Hörbucharbeit?
Für mich ist das Besondere, dass Texte lebendig werden. Wenn Bücher gut geschrieben sind, hat man schon beim Lesen einen Klang im Kopf - aber den Figuren eine Stimme zu geben, die Feinheiten in ihren Gefühlen und ihrer Motivation durch die Stimme herauszuarbeiten und Spannung zu erzeugen, macht immer wieder sehr viel Spaß.
Bei "Iron Flowers" fand ich den Kontrast zwischen den Figuren und ihren Erlebnissen spannend. Serina, die immer sehr gewissenhaft ist und ihre ganze Persönlichkeit hinter der eleganten Maske der Grace-Anwärterin versteckt, muss sich auf einmal Herausforderungen stellen, die sie sich niemals zugetraut hätte. Ich will nicht zu viel verraten, aber sie wird mit einer grausamen Realität konfrontiert, die  ihr Innerstes nach außen kehrt. Diese Charakterentwicklung hat Sprecherin Theresa Horeis toll stimmlich umgesetzt. Und im Kontrast dazu ist die rebellische Nomi in einer Welt gefangen, die sie abgrundtief verabscheut. Plötzlich muss sie sich in einer undurchschaubaren Welt voller Masken und Lügen behaupten, deren Teil sie nie werden wollte. In diesen inneren Kampf zwischen den eigenen Überzeugungen und der Angst um das Leben ihrer Schwester hat sich die Sprecherin Coco Plümer eingefühlt und das Ganze großartig zu Gehör gebracht.

Wie laufen die Aufnahmen ab?
Vor den Aufnahmen bespreche ich mit den SprecherInnen ein paar Dinge zum Text: Sind in der Vorbereitung irgendwelche Fragen zum Inhalt angekommen? Wie wollen wir die Stimmen der Figuren anlegen? Wie werden bestimmte Fremdwörter und Namen ausgesprochen? "Iron Flowers" spielt in einer von Venedig inspirierten Stadt namens Bellaqua, also kommen im Text viele italienische Namen vor. Im Studio lesen sich die SprecherInnen meistens etwas ein, während der Tontechniker das Mikro einrichtet - und dann geht es los. Seite für Seite arbeiten wir uns durch den Text. Ich passe auf, dass alles richtig ausgesprochen wird, kein Wort vergessen wird und die Betonung stimmt. Wenn sich die SprecherInnen verlesen, die Betonung unstimmig ist oder die Atmosphäre stimmlich noch nicht so ganz passt, gebe ich als Regisseurin ein paar Anweisungen. Ein paar dieser Anweisungen sind auch schon im Manuskript, der Audiofassung, enthalten. Dann steht vor der wörtlichen Rede zum Beispiel in eckigen Klammern [Serina, bemüht ruhig] oder [Nomi, schockiert], damit sich die Sprecherinnen schon vor den Aufnahmen darauf vorbereiten können und wir die Aufnahme weniger unterbrechen. Häufig merken die SprecherInnen ihre Versprecher selbst und steigen am Anfang des Satzes oder Absatzes neu ein . Diese neuen Ansätze vermerkt der Tontechniker im Text, damit er weiß, wo er später schneiden muss. Außerdem achten wir auf Geräusche, z.B. Spucke in der Aussprache, Rascheln des Papiers usw.

Wie werde ich Hörbuchsprecher?
Die meisten Hörbuch-SprecherInnen sind ausgebildete SchauspielerInnen. Auf einige werden wir durchs Theater aufmerksam, andere schicken uns Bewerbungen mit Hörproben. Ab und zu machen wir auch Castings, wenn wir für ein bestimmtes Hörbuchprojekt eine passende Stimme suchen und in unserem Sprecherarchiv keine passende finden. Dadurch haben wir schon viele junge Talente entdeckt - wie zum Beispiel Theresa Horeis und Coco Plümer, die sich im letzten Herbst auf unseren Castingaufruf hin bei uns beworben haben. Im Casting haben sie uns bei den Probeaufnahmen sofort überzeugt. Beide waren gut vorbereitet und haben den Text mit viel Gefühl gesprochen. Bei den Aufnahmen von "Iron Flowers" hat man ihnen nicht angemerkt, dass dies ihr erstes Hörbuch ist. Sie haben Serina und Nomi passende Stimmen gegeben, genauso wie ich sie mir vorher vorgestellt habe. Für unsere Wissenshörspiele und Kinder-Hörbücher sind wir auch immer auf der Suche nach Kinderstimmen. Bei den Vorlesewettbewerben in der Region treten viele lesebegeisterte Kinder an, die wir dann zum Casting einladen.

Was war Ihr lustigstes Erlebnis mit einem Autor/Sprecher bisher?
Bei den Aufnahmen kommt es zu den witzigsten Versprechern, die auf beiden Seiten des Mikros zu Lachanfällen führen. Wenn die SprecherInnen mit Trickstimmen arbeiten, klingt manches noch viel lustiger, als wenn man es nur still liest. Die meisten haben viel komödiantisches Talent. Und manchmal ist bei den Aufnahmen einfach der Wurm drin - dann will ein Satz einfach nicht richtig über die Lippen kommen. Eine Sprecherin, mit der ich sehr gern zusammenarbeite, schneidet dann die schönsten selbstironischen Grimassen.

Und so landet ihr im Lostopf: Beantwortet einfach folgende Frage in den Kommentaren:

Wenn ihr in Viridia leben würdet, würdet ihr ebenfalls wie die beiden Schwestern für eure Rechte kämpfen wollen?


Das Gewinnspiel endet am 05. Mai 2018 um 24 Uhr.
Unter allen richtigen Antworten lost das JUMBO Verlags-Team drei GewinnerInnen aus, die das Hörbuch "Iron Flowers" erhalten. Der Gewinn wird nicht in bar ausbezahlt. Die GewinnerInnen werden schriftlich benachrichtigt. JUMBO-Mitarbeiter und deren Angehörige sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Deine Daten werden nur für die Durchführung des Gewinnspiels erhoben und verwendet und nicht an Dritte weitergegeben.


01.05. Zeilenfuchs
02.05. Die Librellis
05.05. Buchverzueckt